WWF: Hinteres Ötztal als Schatzkammer der Natur bewahren

13.06.2012 | 13:55 Uhr | WWF Österreich

WWF Österreich

13.06.2012, Innsbruck, am 13. Juni 2012 Die Region Hinteres Ötztal/Platzertal ist für ihre beeindruckende Bergwelt berühmt. Sölden und Vent gehören zu den bekanntesten Ski und Wandersportorten der Alpen.

Weit weniger bekannt sind die ganz besonderen Naturjuwele dieser Bergregion. Zu ihren tierischen Bewohnern zählen mächtige Vögel wie der Steinadler ebenso wie der schmetterlingsbunte Mauerläufer oder das winterweiße Alpenschneehuhn. Auch Pflanzen wie die Alpenaster, das Edelweiß oder die Echte Arnika deren Beiname „Bergwohlverleih“ bereits ihre Bedeutung verrät machen das Gebiet zu einem Hotspot der Artenvielfalt. Insgesamt kommen im Südlichen Ötztal mehr als 40 europaweit geschützte Tier und Pflanzenarten, darunter ein Fünftel der in Nordtirol vom Aussterben bedrohten, vor. „Wenn man sich diese Ökoschätze vor Augen hält, erscheint das TIWAG Kraftwerk geradezu als Frevel an der Tiroler Natur“, ist Thomas Diem vom WWF empört. „Das Gebiet gilt als eines der letzten Wildnisgebiete der Ostalpen, auch die Gletschermumie Ötzi wurde hier gefunden. Es handelt sich um ein ökologisch wie kulturgeschichtlich gleichermaßen bedeutendes Refugium in den Alpen“, so der Naturschützer.

Neben verschiedenen Vogelarten ist Ötzis Heimat auch ein wichtiger Genpool für Säugetiere wie das Alpenmurmeltier. Hier liegt das einzige große ursprüngliche Vorkommen dieses Nagers übrigens nach Biber und Stachelschwein das drittgrößte Nagetier Europas, der andernorts nach der Ausrottung durch den Menschen erst mühsam wieder angesiedelt werden musste.

Raritäten der Fauna und Flora Besonders bemerkenswert ist auch das Vorkommen an autochthonen also „alteingesessenen“, ursprünglichen Murmeltieren. Einzigartig im gesamten Ostalpenraum, ist die Murmeltier Population als Relikt der letzten Eiszeit in den kühlen Höhenlagen des Ötztales erhalten geblieben. „Ein ganz besonderer biologischer Naturschatz“, freut sich Diem vom WWF.

Das Zusammenspiel von Höhe, niedrigen Temperaturen und schneereichen Wintern macht das Hintere Ötztal außerdem zur größten zusammenhängenden Gletscherfläche der Ostalpen. Von 188 Einzelgletschern bedeckt, beherbergt es auch bedeutende Wildnisgebiete und Wildflüsse wie die Venter Ache. An die Gletscher anschließend, befinden sich Gletschervorfelder, Moränenlandschaften und Gletscherbäche, die in den Alpen ihresgleichen suchen. „Obwohl das Gebiet Nationalparks wie den Hohen Tauern um nichts nachsteht, genießt es offenbar keinen vergleichbaren Schutz“, kritisiert Diem vom WWF. Wissenschaftler zeichneten das Gebiet als eine der letzten Wildnisregionen der Alpen aus.


Medienkontakt: WWF Österreich Ottakringer Straße 114-116 A-1160 Wien Tel: +43 1 488 17 0 Fax: +43 1 488 17 44 Mail: wwf@wwf.at

13.06.2012 | 13:55 Uhr | von WWF Österreich

--- ENDE Artikel WWF: Hinteres Ötztal als Schatzkammer der Natur bewahren ---


Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über WWF Österreich

Der Verein World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der grössten und profiliertesten Naturschutzorganisationen der Welt und in rund 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn 5,3 Millionen Förderer.

Im globalen Netzwerk des WWF arbeiten 59 nationale Sektionen, Programmbüros und Partnerorganisationen zusammen. Rund um den Globus führen etwa 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 2.000 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch.

Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.