Daten liefern erneut unklares Bild der US-Konjunktur



03.09.2010, Die US-Wirtschaft sendet weiter durchwachsene Konjunktursignale: Die Industrie verspürt nach zwei schwachen Monaten zwar wieder anziehende Aufträge, aber der Arbeitsmarkt bleibt weiter schwach, wie aus Daten vom Donnerstag hervorgeht. Deshalb rechnen Experten weiter damit, dass sich die grösste Volkswirtschaft der Welt nur langsam erholt.

Die Auftragslage der US-Industrie verbesserte sich im Juli minimal. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Analysten hatten mit plus 0,3 Prozent gerechnet. Allerdings lag das Minus im Juni nach revidierten Daten nur noch bei 0,6 Prozent. Ursprünglich war ein Rückgang von 1,2 Prozent gemeldet worden. Auch im Mai hatte die Industrie Einbussen hinnehmen müssen.

Die Aufträge allein im Verkehrsbereich kletterten im Juli um fast 13 Prozent. Klammert man diese sehr schwankungsanfällige Sparte aus, sanken die Industrieorders um 1,5 Prozent und damit so deutlich wie zuletzt im März 2009. Ohne den Rüstungssektor gab es ein Plus von 0,2 Prozent. In den vergangenen Wochen hatten überwiegend enttäuschende Konjunkturdaten an den Finanzmärkten Ängste geschürt, die Erholung der US-Wirtschaft könnte deutlich an Fahrt verlieren.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, sanken in der Woche zum 28. August leicht auf 472.000. Experten betonten aber, dass das Niveau immer noch sehr hoch sei. Zudem verlor die US-Wirtschaft bei der Produktivität im Frühjahrsquartal weiter an Boden. Auch die Lohnstückkosten kletterten spürbar kräftiger als noch in den ersten drei Monaten des Jahres. Wie das Arbeitsministerium nach endgültigen Berechnungen mitteilte, sank die Produktivität der US-Unternehmen auf das Jahr hochgerechnet um 1,8 Prozent nach minus 0,9 Prozent im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang der Produktion je Arbeitsstunde von 1,9 Prozent erwartet.

Trotz guter US-Konjunkturdaten hat sich der Euro im fernöstlichen Handel am Freitag knapp behauptet. Die europäische Einheitswährung notierte mit 1,2816 Dollar nach 1,2825 Dollar zum Handelsschluss in den USA. Unterstützung erhielt der Euro von guten Ergebnissen bei den Auktionen von spanischen und französischen Anleihen.

Zum Yen notierte die US-Währung mit 84,30 Yen nach 84,29 Yen. Der Schweizer Franken wechselte seinen Besitzer bei rund 1,0129 Franken je Dollar und bei etwa 1,2990 Franken je Euro.

Rohstoffe aktuell: Brent 75,57 USD, Gold 1250,70 USD Indikatoren des Tages: EZ Service Index, Composite Index, Einzelhandelsumsatz, DE Service Index, US Stellentwicklung ex Agrar, Arbeitslosenquote, durchschnittl. Stundenlohn, durchschnittl. Wochenarbeitszeit, ISM Service Index


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